Læsø tanghus

Seetangdächer auf Læsø

Foto: VNJ

Die nordjütländische Sonnenscheininsel Læsø ist mehr als nur Sonnenschein und Salz, denn die hübschen Häuser mit Seetangdächern auf Læsø sind eine Klasse für sich.

Bei einem Besuch auf Læsø können Sie die einzigartigen und charakteristischen Seetangdächer bestaunen, die wie die Salzsiederei auf Læsø eine fantastische Geschichte bereithalten. Der Hintergrund der Seetangdächer ist, dass die Insel Læsø vor einiger Zeit kein Stroh oder Holz hatte. Auf der anderen Seite konnte man am Strand Algengras und Treibholz für Dächer und Fachwerk finden, welche man dann für die Häuser benutzte.

Bei der Einrichtung der Seetangdächer benötigte man viele Arbeitskräfte, sowohl Männer als auch Frauen. Insbesondere Frauen waren in dem Seetangprozess involviert, denn sie schnürten den Seetang mit Handkraft zusammen. Heutzutage braucht man drei erwachsene Männer um eine Bedachung aus Tang zu bauen.

Anfang des 20. Jahrhunderts hatten die meisten Häuser auf Læsø Dächer aus Tang. Leider gab es in den 1930er Jahren eine Krankeit im Seegras, wodurch es fast vollständig aus dem Kattegat verschwand, was dazu führte, dass nur 19 Häuser mit Tangdach zurückgeblieben sind. Von den 19 zurückgebliebenen Häusern sind elf geschützt.

Seitdem Læsø nicht mehr autark im Seegras ist, wurde das Seegras von Bogø und Lolland-Falster importiert. Hier hat das Seegras aufgrund der Erfahrung in der Produktion von Seetangmatratzen eine hohe Qualität.

Zurückgebliebene Tangdächer

Die zurückgebliebenen Tangdächer sind ein Beispiel für die reiche Kultur und Geschichte Læsøs. Zwei der bekanntesten Häuser mit einem Seetangdach sind der Museumshof und das Hedvigs Haus. Der Museumshof befindet sich auf seinem originalem Platz zusammen mit Læsøs einziger zurückgebliebenen Bockwindmühle. Man sagt, dass es von den 1630ern bis 1949 Wohnungen auf dem Museumshof gab,  und es wurden ungefähr 540 Ladungen Seetang benutzt um das Dach des Museumshofs zu bauen, ein Teil des Seetanges, welcher heute das Dach schmückt, ist dabei über 300 Jahre alt.

Der Museumshof ist nicht der einzige Teil des Læsø Museums, welcher mit einem Seetangdach ausgestattet ist. Zurück in 1994 wurde das Hedvigs Haus vom Læsø Museum gekauft, was somit das Haus vom Abriss rettete. Das Dach war der wichtigste Teil in dem Rettungsprozess und ein Seetangdach wird nicht einfach so wie ein Strohdach ausgetauscht, sondern es wird mit neuem Seetang ergänzt. Nach vielen Jahren harter Arbeit von Freiwilligen hat das Hedvigs Haus wieder sein schickes Aussehen zurückerlangt und aufgrund der großen Menge an Seetang erscheint das Haus wie ein einziges langes Gebäude.

Andrines Haus

Eines der ältesten Seetangdachhäuser auf Læsø ist Andrines Haus. Seit 1790 hat das Haus ein Seetangdach und ist seit 1989 auch ein geschütztes Gebäude. 2009 wurde das Haus von der Kulturerbenagentur übernommen, welche dem Dach eine Restaurierung unterzog und dabei 32 Tonnen Seetang benutzte, sodass das Dach weitere hunderte Jahre halten kann. Nach der kompletten Renovierung von mehreren Millionen Kronen wurde Andrines Haus 2012 wieder von der Kulturerbeagentur verkauft.

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Seetangdächer - ein nordjütländisches Wunder

2007 wurden die einzigartigen Seetangdächer von der nordjütländischen Bevölkerung zu einer der sieben Wunder Nordjütlands ernannt. Was die Seetangdachhäuser noch merkwürdiger macht, ist dass man auf der ganzen Welt keine ähnlichen Häuser mit einem aus Seetang bedeckten Dach findet, somit ist ein Besuch auf Læsø noch unvergleichlicher.